Darmstadt 98 verliert seine beiden besten Stürmer an die Bundesliga. Zusammen schafften Fraser Hornby und Isac Lidberg in der abgelaufenen Saison 40 Torbeteiligungen. Darmstadt – Kurz nach Fraser Hornby (26) verlässt auch der zweite Zweitliga-Klassestürmer den SV Darmstadt 98. Der Wechsel des Briten Hornby zum neuen Klassenfeind VfB Wolfsburg war schon Anfang vergangener Woche fixiert worden. Jetzt folgt der Schwede Isac Lidberg (26), der von Erstligist Borussia Mönchengladbach verpflichtet wird. Der Transfer stand am Montagabend in den letzten Zügen. Ähnlich wie bei der hängenden Spitze Hornby dürften auch im Fall von Mittelstürmer Lidberg knapp vier Millionen Euro sofort und entsprechende erfolgsabhängige Boni später fließen. Beide Profis hatten nur noch ein weiteres Jahr einen Vertrag bei den Südhessen. Deshalb wirkt Sport-Geschäftsführer Paul Fernie sehr zufrieden mit den Transfers, die bestenfalls zusammen sogar nah an einer zweistelligen Millionensumme einbringen könnten. Gleichzeitig ist dem Engländer Fernie aber auch klar: Die beiden besten Offensivspieler müssen dringlich ersetzt werden. Hornby (elf Tore und neun Vorlagen) und Lidberg (17 Treffer und drei Assists) brachten es gemeinsam in der abgelaufenen Spielzeit auf insgesamt 40 Zweitliga-Torbeteiligungen. Vor allem dank ihnen waren die Lilien bis weit ins Frühjahr hinein ein ernsthafter Aufstiegskandidat und gehörten zu den vier offensivstärksten Zweitligateams. Wären beide über die gesamte Saison hinweg einsatzbereit gewesen, hätte es tatsächlich klappen können mit dem Erreichen zumindest eines Relegationsplatzes. Aber der ehemalige schottische U21-Nationalspieler Hornby fehlte seit Mitte Februar krank oder verletzt bei sieben Spielen. Lidberg hing ohne seinen stets etwas hinter ihm agierenden Partner im Angriff sichtbar in der Luft. Der bullige Angreifer hatte es dank seiner guten Leistungen in Darmstadt zwischenzeitlich sogar in den schwedischen Nationalkader geschafft. Für die Weltmeisterschaft wurde er allerdings nicht nominiert. Auch Hornbys zarte Hoffnungen, bei der WM für Schottland spielen zu dürfen, zerschlugen sich im Zuge der Darmstädter Frühjahrskrise. Hornby war vor drei Jahren für 1,8 Millionen Euro als Königstransfer zum Bundesligaaufsteiger gestoßen, Lidberg ein Jahr später für 1,1 Millionen Euro zum Absteiger in die zweite Liga. Sportchef Fernie wird nicht den kompletten Betrag, den der Tabellenfünfte der vergangenen Saison für die beiden kassiert, wieder in den Kader reinvestieren können. Ein Teil geht in die Klubsubstanz und Infrastruktur. Aber Fernie ist guter Dinge, die Lücken mit einem Großteil des frischen Kapitals schließen zu können. Leicht wird das jedoch nicht. In der Offensive klafft auch deshalb ein Loch, weil die beiden Leihspieler Marco Richter und Niklas Schmidt ebenfalls kommende Saison nicht mehr zum Kader gehören werden. Gerade Schmidt konnte die Erwartungen nicht erfüllen, bei Richter wechselten sich Licht und Schatten allzu oft ab. Die Kosten-Nutzen-Rechnung ging jeweils nicht auf. Derweil soll Mittelfeldspieler Paul Will nach seiner Leihe zur SpVgg. Greuther Fürth zurückkehren. Der 27-Jährige spielte stark für die Franken. Auch in der Defensive könnte es noch Bewegung geben: Für Innenverteidiger Matej Maglica gibt es nach seiner starken Saison einen Markt. Der baumlange Kroate ist in der Lage, sich in der Defensive und im Mittelfeld zu bewähren.